Newsletter vom 20.01.2020

Verehrte Anwohner, Nachbarn, Bürgerinitiativen, Politiker, Journalisten, liebe Leserin, lieber Leser

Ernst Hürlimann – Architekt der Fauststraße 90
Die Älteren werden sich noch an den Karikaturisten Ernst Hürlimann erinnern, der mit seinen satirischen Zeichnungen über Jahrzehnte Leser Münchner Zeitungen erfreute. Legendär, sein Blasius der Spaziergänger. Im Hauptberuf war Hürlimann Architekt. Er schuf neben anderem das Drehrestaurant am Olympiaturm, das Seehaus im Englischen Garten und die Freizeitanlage an der Truderinger Fauststraße 90. Foto siehe
https://www.optima-firmengruppe.de/de/immobilie/fauststrasse.html
Würde Hürlimann noch leben und müsste er mit ansehen, wie der jetzige Grundeigentümer Optima Ägidius, sein einzigartiges Bauwerk vor der Öffentlichkeit verschließt und verfallen lässt – was würde er wohl spontan zeichnen? Und müsste er hören, dass die Stadträte der SPD, der CSU und der FDP sowie fast alle Mitglieder im hiesigen Bezirksausschuss 15 Trudering-Riem nichts dagegen unternehmen, sondern die Pläne des Grundeigentümers für den Bau einer Satelliten-Siedlung mit bis zu 80 Wohnungen und über 100 Tiefgaragen im Landschafts- und Wasserschutzgebiet an der Fauststraße 90 sogar befürworten – wie würde dann seine Zeichnung ausfallen?

Hätten Sie´s gewusst? BA-Satzung und Gewissen
Hand aufs Herz. Kennen Sie Funktion und Aufgabe eines Bezirksausschusses (BA)? Der Satzung nach dienen Bezirksausschüsse der Erörterung und Durchsetzung stadtbezirksbezogener Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Setzt der BA dennoch entgegen der Mehrheitsmeinung – etwa der Bürgerversammlungen – nicht das Bürgeranliegen, sondern sein „BA-Anliegen“ durch, läuft die Frage, warum der BA sich nicht an Paragraph 2 hält und stattdessen gegen den Bürgerwillen entscheidet ins Leere. So das BA-Direktorium.
Bisherige Bürgerversammlungen haben sich eindeutig für eine sofortige Beendigung der Baupläne und für die Wiederherstellung der rechtswidrig gerodeten Heckenlandschaft im LSG ausgesprochen. Dennoch befürworten fast alle 29 BA-Mitglieder parteiübergreifend (mit Ausnahme der Grünen) den irreparablen Eingriff durch Wohnungsbau auf der ökologisch wertvollen Grünfläche (Quelle: Planungsreferat, BUND u.a.) in das Landschafts- und Wasserschutzgebiet an der Truderinger Fauststraße 90. Gründe für dieses (erschreckende) Abstimmverhalten des BA können laut BA-Direktorium nur von jedem einzelnen BA-Mitglied mitgeteilt werden. – Gut, dass schon im März Kommunalwahlen sind.

Kommentare der Bürger
Nicht nur die Rücklaufquote von über 40 Prozent bei der Fragebogenaktion unserer Bürgerinitiative Fauststraße 90 „Hände weg vom Landschaftsschutzgebiet“ in der östlichen Grenzkolonie Trudering zu den CSU- und BA-Anträgen zur ÖPNV-Nachverdichtung ist erfreulich, siehe Presseinfo https://www.fauststrasse90.de/presseinformationen/
Sondern auch die sehr vielen Kommentare zum Landschaftsschutz, zur Bus-Nachverdichtung und auch zum Bezirksausschuss. Vielen Dank dafür! Eine Auswahl haben wir in der beigefügten pdf-Datei „Kommentare“ für Sie zusammengestellt.

Dialog via Anwalt
Unsere Dialog-Angebote an die Verwaltung, an Parteien und an etliche Kommunalpolitiker im Stadtrat und im Bezirksausschuss blieben bisher meist ohne Reaktion. Ausnahmen sind die Regel. „Näher am Bürger“ und ähnliche Werbesprüche bekannter Volksparteien zur Kommunalwahl wirken deshalb wie Hohn. Offenheit und Bürgerbeteiligung als entscheidende Säulen der Demokratie anzunehmen, zu fördern und zu nutzen, wäre aber nach Fachmeinung für die Kommunalpolitik und für die Gemein-schaft gewinnbringender als Isolation, Ignoranz und Selbstüberschätzung.
Noch warten wir auf Antworten auf unsere Fragen zur Fauststraße 90, die wir an namhafte Amtsträger und Politiker der Volksparteien SPD und CSU (Beispiel “Korrespondenz” als pdf anbei) sowie an das Referat für Stadtplanung und Bauordnung gesandt haben. Da wir auch keine Antwort auf unseren Antrag (nach Umweltinformationsgesetz UIG) auf Einsichtnahme in die Gutachten zu Umwelt und Verkehr (laut amtlichen Aufstellungsbeschluss 2016 liegen diese vor) erhalten haben, hat nun unser Fachanwalt die Einsichtnahme eingefordert. Schade und bedenklich, dass legitime Bürgerinteressen missachtet und auch von Kommunalpolitikern kaum unterstützt werden, und deshalb Bürger juristischen Beistand brauchen.

Ökologisch bauen
Dass sich Wohnungsbau und Landschaftsschutzgebiet ausschließen, meinen nicht nur beherzte Umweltschützer. Schon beim Nachlesen etwa in der Münchner Landschaftsschutzverordnung 900 kann jedem zweifelsfrei klar werden – und zwar unabhängig von parteipolitischer Position und persönlichen Ansichten -, dass geschützte Flächen und Gebiete in München eben nicht für den Wohnungsbau gedacht sind. Wer dennoch meint, “ökologisch Bauen” minimiere die irreparablen Schäden oder fördere gar das Wesen eines Landschaftsschutzgebiets, sollte die Absichten des Grundeigentümers Fauststraße 90 und die sachlich-fachlichen Widersprüche hierzu kennen lernen:
https://www.fauststrasse90.de/2018/11/20/was-der-investor-mit-dem-landschaftsschutzgebiet-vorhat/

Zu guter Letzt
Danke für die bisher eingegangenen Spenden zur Bezahlung unseres Rechtsanwalts! Wir freuen uns über jeden Euro und danken für Ihre Unterstützung. Alles andere machen wir ehrenamtlich. Vielen Dank!
Spenden an die BI Fauststraße 90 sind sehr willkommen!
IBAN: DE30 5001 0517 5424 5790 58 (ING DiBa),
Kontoinhaber Stefan Bürger (BI-Mitglied).

Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben.
Wir bleiben dran und freuen uns auf Ihre Unterstützung!
Bitte Info weiterleiten!! Danke!
Bürgerinitiative Fauststraße 90 – www.fauststrasse90.de
Co: Horst Münzinger, Tel.: 089 439 12 66 / 0176 44 64 64 98