Eine Zwischenbilanz unserer Arbeit

27.11.2017 – Es ist Zeit für einen Sachstandsbericht.

 
Zum Verständnis: Es geht darum, auch in München den Respekt vor dem Natur- und Landschaftsschutz zu erhalten und deshalb den Bau von sieben drei- bis viergeschossigen Wohnblocks für 80 Wohnungen sowie von 119 Tiefgaragenstellplätzen an der Fauststrasse 90 (Grenzkolonie Trudering) im Landschaftsschutzgebiet (LSG) Truderinger Wälder sowie drohende Verkehrsengpässe zu verhindern.

Bürgermeister, Stadträte und Mitglieder der Bezirksausschüsse sind – falls sie es noch nicht sind – deshalb davon zu überzeugen, dass die schon jetzt spürbaren unerwünschten Folgen klimatischer Veränderungen auch in München nur mit einer konsequenten Abkehr von Naturzerstörung, Verdichtungs- und Wachstumswahn begrenzt werden können.
Lebensqualität und Gesunderhaltung für uns und unsere Nachkommen in der bayerischen Landeshauptstadt haben so auf Dauer eine Chance.
Die 1971 an der Fauststrasse 90 mit einer bemerkenswerten Ausnahmegenehmigung erstelle Sportanlage ist keine seriöse Begründung für den Bau eines gigantischen Wohnquartiers im LSG, für das jahrzehntelang Bauanfragen richtig und konsequent vom Planungsreferat abgelehnt wurden. Denn eine Sünde rechtfertigt nicht eine weitere. Zudem würde sich die LH München durch dieses Präjudiz erpressbar machen. Schon lange nicht mehr überzeugend ist auch die Begründung, nur durch starken Wohnungsbau und Verdichtung könne der Mangel an preiswertem Wohnraum in München behoben werden.

 

Zum Sachstand:

 

1. Auf unsere Kritik an der fragwürdigen Datengrundlage für die Beschlussfassung zur Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans sowie auf unsere begründeten Einwände vom 27.7.2017 gegen die Bebauung liegt uns bisher keine Antwort vom Planungsreferat vor.

 

2. Auf unsere Schreiben vom 22.8.2017 an die vier großen Fraktionen im Münchner Rathaus erhielten wir eine vollständige Antwort von der Bayernpartei, einen Brief, aber keine Antwort auf unsere Fragen von der SPD und – trotz Erinnerung – gar keine Antwort von den Grünen/Rosa Liste und von der CSU.
Tipp an Alle: Nehmen Sie sich etwas Zeit und schauen die Wahlprogramme der Parteien zur Münchner Kommunal-Wahl 2014 an – um dann mit der vom Stadtrat getroffenen Vorentscheidung für das Bauvorhaben Fauststrasse 90 zu vergleichen…

 

3. Stattgefunden haben seit der Trudering-Riemer Bürgerversammlung am 5. Oktober 2017 in Neuperlach drei Ortstermine an der Fauststraße 90: Mit der Stadträtin Anja Burkhardt (CSU), den Herren Laufs und Hierneis (BUND Naturschutz) und drei Mitgliedern des Bezirksausschusses (BA) Trudering-Riem, Otto Steinberger (CSU), Herbert Danner (Grüne) und Jürgen Heidegger (SPD). Fakten und Infos zur Fauststrasse haben wir bereitgestellt.
Verständnisvoll reagierte Stadträtin Anja Burkhardt, allerdings gibt es bisher keine erkennbaren weiteren Reaktionen. Volle Unterstützung vom BUND und Planung einer Informationsveranstaltung in Trudering. Keine Unterstützung vom BA, der zunächst das Protokoll der Eröterungsveranstaltung abwarten will und mehrfach seine Nichtzuständigkeit betont hat. Aufmerksamkeit verdient die Position von Stadtrat und BA-15-Mitglied Herbert Danner (Bündnis 90 / die Grünen), der den Bau der Wohnblocks an der Fauststrasse 90 im Landschaftsschutzgebiet befürwortet.

 

4. Durch eine Sonderaktion haben wir weitere Unterstützer für unsere Petition gewinnen können und zählen nun rund 2.400 Unterzeichner. Bitte an Alle: Machen Sie Freunde, Bekannte usw. auf das Anliegen unserer Grenzkolonie Trudering, das auch ein Anliegen für ganz München ist, aufmerksam und animieren Sie sie zur Beteiligung an unserer Petition! Leiten Sie bitte diese Information an Freunde, Bekannte, Interessierte usw. weiter! Danke!

 

5. Wir haben noch eine Reihe von teils historischen Infos zu sichten. Schon jetzt taucht aber die Frage auf, warum nach dem Grundstücksverkauf an die Immobilienfirma Optima und der Münchner Kommunalwahl 2014 plötzlich Stadträte die Überplanung beantragen und das Planungsreferat überraschend von seiner jahrzehntelangen Praxis abweicht, Bauanfragen für die Fauststrasse 90 mit Hinweis auf den Naturschutz konsequent abzulehnen und statt dessen das Bauvorhaben vorantreibt.

 

6. In einem Schreiben haben wir uns nun an Oberbürgermeister Dieter Reiter gewandt und Gespräche zur Darlegung unserer Argumente angeboten. Wir erwarten seine Antwort.

 

Die Bürgerinitiative Fauststrasse90 bleibt am Ball und freut sich über die starke Unterstützung aus Trudering und darüber hinaus! Bitte unterstützen Sie zum Wohle Truderings und Münchens unser Anliegen nach Kräften weiter! Melden Sie sich zu Wort! Zum Beispiel mit Briefen an die politischen Entscheidungs- und Mandatsträger (BA, Stadtrat, MdL, MdB…) und mit Leserbriefen an Münchner Zeitungen und Medien.
Fragen, Anregungen, Zusammenarbeit usw. immer gerne!

 

Für die Bürgerinitiative
Fauststrasse90
Horst Münzinger